Programmtipps

Programmtipps

Das Literaturfest bietet eine Fülle an Lesungen verschiedener Autoren und Vorleser. Hier finden Sie einige Tipps:

Ganz zu Beginn, als Auftakt des Literaturfests, wird in Sachsens ältester Privatbrauerei von Andreas Girbig und Kay LEO Leonhardt abwechslungs- und anekdotenreiche „Meißener Biergeschichten“ vorgelesen. Recherchiert und aufgeschrieben wurden diese vom ehemaligen Geschäftsführer der Brauerei und illustriert vom „schrägen Vogel“ und Kunstpreisträger der Stadt Meißen. Mittwoch, 07. Juni, 19:00 Uhr, Schwerter Brauerei, Ziegelstraße 6 in Zaschendorf.

Die Anneli-Marie-Stiftung in der Leipziger Straße 11-13 ist in diesem Jahr das erste Mal als Leseort dabei. Hier finden insgesamt neun Lesungen für Klein und Groß statt. Start ist am Freitag, 09. Juni, 18:00 Uhr mit Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, der aus „Meine Welt der Musik: Orchester und Instrumente“ von Claudio Abbado vorliest. Weiterhin liest am Samstag, 10. Juni, 19:30 Uhr Jens-Uwe Sommerschuh Kolumnen aus seinen Werken „1. Buch Vivaldi“ und „Mimi“, die mit spitzer Feder nachdenklich und bissig über den Alltag und eine aberwitzige Geschichte berichten.

Insgesamt zwölf Lesungen finden außerdem in der St. Urbanskirche in der Dresdner Straße 19 statt. In der zwischen 1691 bis 1701 erbauten Barockkirche werden Meißner und Meißnerinnen aus Kinder- und Jugendliteratur, Gegenwarts-Belletristik und Luthertexten vorlesen.

Erstmals haben Besucherinnen und Besucher des Literaturfestes in diesem Jahr die Möglichkeit, am Samstag, 10. Juni Führungen und Lesungen im Bischofsschloss Meißen auf dem Burgberg zu erleben. Das Bischofsschloss wurde von 1476 bis 1490 erbaut und war bis zur Reformation 1539 Amtssitz und Wohnung des Meißener Bischofs. Heute ist das Gebäude der Sitz des Meißener Amtsgerichts. Die Lesungen finden u. a. mit einem Richter und einer Staatsanwältin statt.

Eine Nahaufnahme einer ostdeutschen Kleinstadt zeigt uns der Autor Michael Kraske mit seinem Roman „Vorhofflimmern“, der 2016 im Freiraum-Verlag erschienen ist. Mit authentischer, schonungsloser und pointierter Sprache kommen gegenseitige Entfremdung und enthemmte rechte Gewalt zur Sprache, gleichzeitig spiegelt der Roman jedoch auch aktuelle gesellschaftliche Diskurse wie Fremdenhass, Lügenpresse und Wutbürger. Freitag, 09. Juni, 18.30 Uhr, Bürgerbüro Susann Rüthrich MdB, Kurt-Hein-Straße 15.

Mit Dr. Peter Ufer reist in diesem Jahr „Die närrsche Nachbarin“ an: Sie meckert, muddelt, murrt. Und manchmal macht sie einen guten Eindruck. Aber nur wenn sie will. Wie auch in den vergangenen Jahren trägt der Autor, Journalist und Moderator aus einem seiner Werke vor, verblüfft mit seinen humorvollen Geschichten und wird dabei bereichert durch den Karikaturisten NEL und dessen schwungvoll humoristische Ergänzung. Freitag, 09. Juni, 19:00 Uhr, Bühne Ratssaal.

Am Samstagmittag kommt es auf der Bühne am Marktplatz zu einem literarischen Höhepunkt mit dem Autor, Regisseur und Filmkomponisten Mario Schneider und seinem Debüt „Die Frau des schönen Mannes“. In 17 Geschichten treten einem Menschen des 21. Jahrhunderts auf drei Kontinenten entgegen, lassen einen Figuren fast verzweifeln, wenn man sie nicht schon längst ins Herz geschlossen hätte. Samstag, 10. Juni, 14:00 Uhr auf der Bühne auf dem Marktplatz.

Nähe, Genossinnenschaft, Freundschaft – eine Glückssucherin aus dem Ostberlin der 1980er Jahre zu Besuch im studio else gold in Meißen. Die freie Journalistin und Schriftstellerin Ulrike Gramann schreibt in ihrem Roman „Die Sumpfschwimmerin“ über Inge Stein und deren politische Aktionen wie „Wir machen die lesbische Politik einfach zuerst“. Geschichten und lebensgeschichtliche Gründe und Hintergründe verweben sich mit Reportage, Bericht und Meinung mit feministischem Blick. Samstag, 10. Juni, 15:30 Uhr, studio else gold, Hahnemannsplatz 9.

Einen sommerlichen Geheimtipp mit Kaffee, Kuchen und bester Unterhaltung bietet die SEEG zusammen mit Christian Friedel, dem Leiter des Amtes für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur an. Auf der Terrasse an der Frauenkirche liest dieser aus „Fuck the Möhrchen: Ein Baby packt aus“ von Barbara Ruscher, die seit 1998 die deutschen Kabarettbühnen besucht. In ihrem ersten Roman liefert Ruscher hochkomische Einblicke in Babys Sicht der Familienwelt zwischen Pekip und Biobrei, Ehekrise und ersten Eltern-Kind-Beziehungen. Samstag, 10. Juni, 15:30 Uhr, Terrasse der SEEG, An der Frauenkirche 4.

Am Samstagnachmittag rückt die Bühne am Marktplatz wieder in den Blick des Geschehens, wenn Stefan Schwarz eigene Kolumnen vorliest. Durch die monatlichen Veröffentlichungen dieser in Das Magazin ist er mit seinen Alltagssatiren zum Liebling der Leser geworden und genießt in seinen Lesungen längst einen Kultstatus. Samstag, 10. Juni, 16:00 Uhr, Bühne Marktplatz.

Mit einer Novelle wie ein flirrender Sommertag schließt sich Ralf Günther auf dem Marktplatz an. „Die Badende in Moritzburg“ beschreibt eine unvergessliche Begegnung mit dem Maler Ernst Ludwig Kirchner und dem Künstlerkreis Die Brücke, als sich die junge Clara Schimmelpfennick 1910 zu einem Ausflug nach Moritzburg begibt, um dort die Genesung ihrer hysterischen Atemnot zu feiern. Samstag, 10. Juni, 17:00 Uhr, Bühne Marktplatz.

Am Abend erobert eine Gruppe junger Leipziger die große Bühne: Sie sind jung, frech, verweigern sich dem System, fordern den Staat heraus – und entspringen so frisch und revolutionär Peter Wensierskis Bestseller „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“. Der ehemals jüngste westliche Reisekorrespondent hat neben seiner Tätigkeit als Buchautor bereits als Reporter und Dokumentarfilmer aus der DDR berichtet und widmet sich auch in diesem Roman der Revolution und ihrem Ursprung in Leipzig. Samstag, 10. Juni, 18:00 Uhr, Bühne Ratssaal.

Unter den regionalen Stars darf auch Frank Goldammer mit seinem neuesten Dresdenkrimi „Der Angstmann“ nicht fehlen. Während Flüchtlingsströme 1944 unter ständigem Bombenalarm Dresden durchdrängen, wird Kriminalinspektor Max Heller an einen Mordfall herangezogen, der bald nur auf einen zu deuten scheint: Den Angstmann... Samstag, 10. Juni, 19:00 Uhr, Bühne Ratssaal.

Eröffnung mit Biergeschichten in der Brauerei

Matthias Meisner (Hg.) Unter Sachsen Zwischen Wut und Willkommen

Zur Eröffnung des Literaturfest Meißen werden in der Schwerter Brauerei, Sachsens ältester Privatbrauerei, von Andreas Girbig und Kay Leo Leonhardt abwechslungs- und anekdotenreiche „Meißener Biergeschichten“ vorgelesen. Recherchiert und aufgeschrieben wurden diese vom ehemaligen Geschäftsführer der Brauerei und illustriert vom „schrägen Vogel“ und Kunstpreisträger der Stadt Meißen.

Mittwoch, 07. Juni, 19:00 Uhr, Meissner Schwerter Privatbrauerei, Ziegelstraße 6 in Zaschendorf.

Geschichte der Leipziger Revolution von 1989

Matthias Meisner (Hg.) Unter Sachsen Zwischen Wut und Willkommen

Die spannende, so noch nicht erzählte Geschichte der Leipziger Revolution von 1989
Ende der 80er Jahre in der DDR: Sie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in einer illegalen Nachtbar bis in den frühen Morgen und demonstrieren am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene Revolution. Dann folgt das wilde Jahr der Anarchie.
Peter Wensierski erzählt die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führen, den andere für aussichtslos halten – eine spannende Nahaufnahme eines wichtigen Augenblicks der deutschen Geschichte.

Peter Wensierski, geboren 1954, arbeitet seit 1993 im Deutschland-Ressort des "Spiegel". Als Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist berichtete er zuvor über gesellschaftspolitische Themen aus Ost- und Westdeutschland. Mit dem Buch „Schläge im Namen des Herrn“ eröffnete er 2005 die Debatte über Missbräuche in der bundesdeutschen Heimerziehung. Sein 2014 erschienenes Buch „Die verbotene Reise“ über die abenteuerliche Flucht zweier DDR-Bürger über Russland, die Mongolei und China wurde ein Bestseller.

Samstag, 10. Juni, 18:00 Uhr, Historischer Ratssaal

Unter Sachsen - Zwischen Wut und Willkommen

Matthias Meisner (Hg.) Unter Sachsen Zwischen Wut und Willkommen

Das Literaturfest startet mit einer besonderen Buchvorstellung,
mit der Lesung "Unter Sachsen - Zwischen Wut und Willkommen"
am Donnerstag, 8. Juni 2017, 19:00 Uhr im Historischen Ratssaal des Meißner Rathauses.

Ein lesenswertes, aber auch sehr kritisches Buch, das viele Aspekte der aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in Sachsen aufdeckt und in den Fokus nimmt.

Anwesend sind:
- Matthias Meisner (Herausgeber)
- Hannah Eitel (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)
- Olaf Sundermeyer (Autor)
- Martin Oehmichen (Grünen)
- Frank Richter (Geschäftsführung der Stiftung Frauenkirche in Dresden)
und der Verleger Christoph Links.

Heike Kleffner, Matthias Meisner (Hg.)
Unter Sachsen
Zwischen Wut und Willkommen

Der Band geht der Frage nach, ob die so genannten »sächsischen Verhältnisse« mit der extrem rechten Pegida-Bewegung und den vielen rechten Gewalttaten ein auf den Freistaat Sachsen begrenztes Phänomen sind. Oder ob die zunehmende Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte in Sachsen als ein Vorbote von und Modell für zukünftige gesellschaftliche und politische Veränderungen in ganz Deutschland verstanden werden muss.

In Reportagen, Features, analytischen Hintergrundtexten und persönlichen Kommentaren beleuchten die AutorInnen den Zustand der CDU zwischen Pegida und AfD, die Welle rassistischer Mobilisierungen und Gewalt, die Entstehungsgeschichte und Hintergründe der Pegida-Bewegung und der AfD in Sachsen, sie analysieren den »neuen Rechtsterrorismus«, und sie berichten über extrem rechte Parallelmilieus ebenso wie über eine kreative Zivilgesellschaft, die vielerorts mit dem Rücken zur Wand demokratische Werte verteidigt.

Während sich andere Publikationen vor allem wissenschaftlich und zumeist auf Pegida fokussiert mit der Situation in Sachsen beschäftigen, bietet dieses Buch einen tieferen Einblick in die sächsischen Verhältnisse: mit Notizen aus der Provinz, Porträts sowie subjektiven Kurz-Kommentaren von prominenten BewohnerInnen Sachsens.

Heike Kleffner
Jahrgang 1966, Journalistin, seit den 1990er Jahren Publikationen über neonazistische Gewalt und die Situation von gesellschaftlichen Minderheiten in Ostdeutschland; arbeitet derzeit als Fachreferentin für den NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag.

Matthias Meisner
Jahrgang 1961, Journalist, berichtet seit 1990 regelmäßig aus und über Sachsen u.a. als dpa-Büroleiter in Dresden und Korrespondent der »Sächsischen Zeitung« in Bonn, seit 1999 Redakteur des »Tagesspiegel«.

Eine Kooperation des Literaturfest Meißen (Meißener Kulturverein e.V.) mit dem Ch. Links Verlag und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.

Weiterführende Links / Infos / Aktuelles

 Eine Chronik der meisten bekannten rechten Tötungsdelikte haben DIE ZEIT und der Tagesspiegel veröffentlicht
 Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen hat die wichtigsten Pressestimmen und Reaktionen gesammelt
 Kritik in der Süddeutschen Zeitung
 Leipzig lauscht - Leipziger Buchmesse

 

Mit Zuckerbrot und Peitsche

Mit Zuckerbrot und Peitsche - Poetisch-musikalische Szenen

Eine Premiere zum Literaturfest:
Mit Zuckerbrot und Peitsche - Poetisch-musikalische Szenen

Am Sonntag, 11. Juni 2017, 18:30 Uhr im Kleinen Haus in der Leinewebergasse

Ein bis zum Zerreißen gezerrtes poetisch-musikalisches Band der Autorin Sylvia Kling packen HC Schmidt und Selbige an beiden Enden und taumeln laut und leise mit Sprache und Gesang zwischen Annäherung und Flucht.
Die Gedanken einer Verzweifelten, die die Brücke zwischen den Gegensätzen schlägt, sind klagend, schreiend, beißend, peitschend.
Nichtsdestotrotz gibt sie den gebissenen Seelen köstlich-süße Speise: mit Liebe, Hoffnung und Glaube an den Menschen ist im Gegenpol die Fahne gesteckt.

HC Schmidt
Unermüdlich zieht HC Schmidt seit über 45 Jahren seinen Karren, nun beladen mit szenisch-musikalischen Lesungen von Bukowski bis Villon und Interpretationen von Cohen bis Waits, über knarrende Bühnendielen.
Der 1952 gebürtige Dresdner ist mit seinem Programmen authentisch bis ins Mark: kein anderer vermag so wie er die Zerrissenheit und die Leidenschaft für das Leben, vorbei an gescheiterten Beziehungen und geleerten Flaschen, zu verkörpern.
HC Schmidt ist von einer Art, die vom Aussterben bedroht und der Unsterblichkeit ganz nah ist.
https://www.facebook.com/hanschristian.schmidt.9

Sylvia Kling
So gespalten, wie ihre Heimat Sachsen in diesen Tagen, so ist auch das Herz der Dresdner Poetin Sylvia Kling.
Ihre Arbeiten sind ihr Ventil, um im Leben dieser Tage nicht zugrunde zu gehen. Immer wieder finden ihre kraftvollen Worte Einlass in die Herzen ihrer Leser.
Sie schreibt ohne Unterlass seit frühen Jugendjahren in Sorge um Frieden und Menschlichkeit, gegen das Vergessen von Unrecht und Zerstörung, doch nimmer mit der Feder des Hasses und der Gewalt, sondern mit Liebe und Hoffnung.
http://www.sylvia-kling.de/

Volker Wolfram
Der Dritte im Bunde ist der gebürtige Thüringer Volker Wolfram, der immer wieder aufbricht, sein musikalisches Selbst zu finden. Seit fast 30 Jahren sucht er mit mit seinem Instrument, das weder Gitarre noch Bass ist, in den tiefen Wassern des Blues, den fernen Bergen Indiens, der feurigen Hitze Spaniens oder den urban-harten Klängen der Städte.
In seinen Improvisationen ist er mit sich allein. Irgendwo da draußen, findet er in seiner Musik die Anfänge seines Seins.
http://www.volker-wolfram.de/