Literaturfest Meißen (8. - 11. Juni 2017)

Deutschlands größtes eintrittsfreies Open-Air-Lesefest

Einmal im Jahr, in der zweiten Juniwoche, wird Meißen zur Kulisse von Geschichte und Geschichten. Rund 200 öffentliche Veranstaltungen laden Groß und Klein auf die historische Plätze, in verträumte Gassen und Höfe sowie romantische Gebäuden zum Lauschen und Verweilen ein. Das Besondere: Das Literaturfest Meißen ist nicht kommerziell, der Eintritt zu allen Lesungen und vielen Museen ist frei. Die 250 Mitwirkenden, davon viele hochrangige Autoren, bekannte Schauspieler und Künstler, aber auch viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft, engagieren sich ehrenamtlich. Organisiert wird das Literaturfest vom Meißener Kulturverein e.V.

 

Das Programm des Literaturfest 2017

Wir heißen Sie herzlich willkommen bei Deutschlands größtem, eintrittsfreien Open-Air-Lesefest. Lassen Sie sich von über 150 Lesungen verzaubern und in fremde Welten entführen. Lernen Sie dabei neue Autoren kennen und tauschen Sie sich mit anderen Bücherfreunden über Ihre Lieblingsbücher aus.

Bereits zum achten Mal werden die Altstadt und die historischen Gebäude Meißens zu Schauplätzen von Geschichte und Geschichten. In der ganzen Stadt werden auf Plätzen, in Höfen, Kirchen und auch Gewölben spannende Lesungen zu den Themenschwerpunkten Mittelalter, Renaissance und Fantasy gehalten. Auch in diesem Jahr widmet sich das Literaturfest besonderen Themen wie der Reformation, Hugo von Hofmannsthal und Heinrich Böll.

Viele Autoren, Künstler und auch Politiker und Prominente aus Funk und Fernsehen sowie Privatpersonen werden ihre Lieblingsbücher vorstellen und uns mit neuen Geschichten und Erzählungen faszinieren. Wir haben auch in diesem Jahr ein spannendes Programm.

Das diesjährige Programm des Literaturfest Meißen finden Sie hier

Offenes Wort
zur Ankündigung der Störung einer Lesung

Sehr geehrte Damen und Herren,

aktuell steht das Literaturfest Meißen in den Schlagzeilen. Wir haben am heutigen Mittwoch schon eine Vielzahl an Presseanfragen unter anderem von 3sat, MDR und verschiedenen anderen Medien erhalten.

Wir freuen uns natürlich sehr über positive Berichterstattungen, aber in der aktuellen Thematik geht es um ein eventuelles Verbot einer Lesung im Historischen Ratssaal. Diesem vom Meißner Stadtrat Jörg Schlechte geforderten Verbot bzw. einer möglichen Störung der Lesung möchten wir mit Nachdruck entgegentreten.

Das Literaturfest Meißen steht für tolerante und offene Sicht- und Lebensweisen sowie ein Miteinander verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen. Geschichten und Erzählungen sowie die Mitwirkenden kommen aus verschiedenen Teilen der Welt.

Neben Autoren, Schauspielern, Künstlern, Privatpersonen wirken auch politisch engagierte Personen mit. Die Veranstaltungen mit Politikern haben wie alle anderen keine politischen Zielsetzungen, sondern sind einfach nur Lesungen mit der Vorstellung des eigenen Werkes oder eines Lieblingsbuches. Wir lehnen jedoch rassistische oder verfassungsfeindliche Lesungen und Werke entschieden ab.

Die Lesung „Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen“ am Donnerstag, dem 8. Juni 2017, 19:00 Uhr, die vom Autor Matthias Meisner durchgeführt werden soll und mit einer Podiumsdiskussion verbunden ist, möchte der Meißner Stadtrat Jörg Schlechte stören bzw. verbieten.

Das Buch ist ein lesenswertes, aber auch sehr kritisches Buch. Es deckt viele Aspekte der aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in Sachsen auf. In der Presse und in den Medien ist es ausführlich besprochen und aufgenommen worden. Die Buchvorstellung im Rahmen des Literaturfestes ist keine politische Veranstaltung, sondern eine Buchlesung mit Gespräch, so wie sie auch auf der Leipziger Buchmesse erfolgt ist.

Wir werden diese Lesung durchführen. Wir bedauern sehr und sind entsetzt, dass es Personen gibt, die Lesungen stören oder verbieten wollen. Wir werden alles unternehmen, um diesen Bestrebungen entgegenzutreten.

Die Organisatoren des Literaturfest Meißen

Links zu diesem Thema
Sächsische Zeitung | MDR Kultur | Focus | BENTO

Von der Idee des Literaturfestes

Wussten Sie, dass das erste Literaturfest Meißen schon erstmals 2002 geplant wurde?

Nein, dann haben wir einen Lesetipp: Die Sächsische Zeitung hat am 20. Mai 2017 ein Interview mit Dr. Walter Hannot zum Literaturfest Meißen veröffentlicht. Er ist der Ideengeber und Initiator des Literaturfestes. Im Gespräch erzählt er unter anderem über die Idee des Festes und dessen erste Schritte.

SZ-Artikel vom 20. Mai 2017

Ich lese sehr gern und jeden Abend…

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière ist seit 2009 der Schirmherr des Literaturfest Meißen. Wir haben mit ihm ein Gespräch zu seinen Buchvorstellungen in diesem Jahr sowie zum Thema Lesen allgemein geführt.

Herr Bundesminister, in wenigen Tagen wird das 8. Literaturfest Meißen wieder tausende kleine und große Zuhörer in die Domstadt locken. Sie werden auch in diesem Jahr nicht nur als Schirmherr, sondern auch aktiv als Vorleser am Literaturfest mitwirken. Auf was können sich die Besucher freuen?
Es stimmt, in diesem Jahr sind zwei Lesungen geplant. Die erste Lesung findet am Freitag, 9. Juni 2017, 18.00 Uhr in der Anneli-Marie-Stiftung in Meißen statt. Ich lese aus Claudio Abbado: Meine Welt der Musik: Orchester und Instrumente entdecken.

In der zweiten Lesung, am 11. Juni 2017, um 16.00 Uhr auf dem Markt in Meißen, möchte ich etwas aus einem Karl-May-Band vorlesen.

Die Idee, die hinter dem Lesefest steht, ist, dass sich Bürger, Autoren, Künstler, Unternehmer und Politiker ehrenamtlich engagieren und aus ihren eigenen Werken oder Lieblingsbüchern lesen. Warum haben Sie sich in diesem Jahr für diese beiden Bücher entschieden? Und was verbindet Sie mit diesen Büchern?
Das Buch „Claudio Abbado: Meine Welt der Musik: Orchester und Instrumente entdecken.“ passt meiner Ansicht nach zum Anliegen der Anneli-Marie-Stiftung, junge Menschen für Musik zu begeistern. Es ist sehr gut geeignet für Kinder und Jugendliche, aber auch als Erwachsener kann man Spaß daran haben. Ich habe es mit meinen Kindern auch gelesen und oft verschenkt.

Karl-May-Bücher haben mich schon als Jugendlicher begeistert und ich habe alle Bände regelrecht verschlungen. Mit Karl-May haben wir einen weltberühmten Schriftsteller in unserem Landkreis. Darauf kann man stolz sein und auch immer mal wieder darauf aufmerksam machen. Erst vergangene Woche konnten wir dem Karl-May-Museum eine große Summe Fördermittel zum Neubau eines Besucher- und Ausstellungszentrums übergeben.

Ihr Arbeitspensum als Bundesinnenminister ist sicher enorm. Kommen Sie aktuell überhaupt dazu, privat ein Buch zu lesen? Wenn ja, was lesen Sie momentan?
Auf meinem Nachttisch liegt immer ein Buch. Ich lese sehr gern und jeden Abend. Tatsächlich muss ich derzeit manche Seite doppelt lesen, weil ich darüber eingeschlafen bin. Ich lese keine Politikerbiographien oder dergleichen, dafür gern Romane oder Krimis. Momentan lese ich „Trutz“ von Christoph Hein.

In Ihren vor kurzem veröffentlichten Thesen zur Leitkultur für Deutschland heißt es unter anderem „Wir sind eine Kulturnation.“ Was meinen Sie, hat Meißen diese Kulturnation mit geprägt? Und wenn ja, wodurch?

Selbstverständlich gehört Meißen zu dieser Kultur und prägte sie entscheidend mit. Hier nur ein paar Beispiele: In Meißen steht mit der Albrechtsburg der älteste deutsche Schlossbau. Im Jubiläumsjahr der Reformation verweise ich darauf, dass Martin Luther in seiner ersten Bibelübersetzung das Meißner Kanzleideutsch nutzte und so die Voraussetzung für ein den Dialekten übergeordnetes Standarddeutsch schuf.

An der einstigen Fürstenschule, der heutigen St.-Afra-Schule, lernten spätere Literaten der Aufklärung wie Gotthold Ephraim Lessing und Christian Fürchtegott Gellert. Karl May reiste von hier aus literarisch in fremde Welten. Die Erfindung des Meißner Porzellans beeinflusste die deutsche und europäische Kunst- und Kulturlandschaft ebenso entscheidend.

Sie sind seit dem Start des Literaturfestes im Jahre 2009 dessen Schirmherr. Was hat Sie damals bewogen diese Schirmherrschaft zu übernehmen?

Ich bin 2009 von den Organisatoren gebeten worden, die Schirmherrschaft für das Literaturfest zu übernehmen. Ich fand die Idee klasse und wollte gern zum Gelingen des Literaturfestes beitragen. Lesen ist kulturvoll und vermittelt Bildung, Werte und Prinzipien für unser Zusammenleben. Lesen fördert die Fantasie und den Gedankenaustausch zu allen denkbaren Themen.

Wie hat sich das Fest aus Ihrer Sicht entwickelt? Wo sehen Sie das Literaturfest in fünf Jahren? Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 

In den vergangenen Jahren gab es vereinzelt Lesungen in verschiedenen Sprachen. Dies kann durchaus erweitert werden. Ansonsten finde ich, braucht sich gar nicht so viel zu ändern.

Damit das Literaturfest Bestand hat, braucht es talentierte Vorleser, hin und wieder einen bekannten Autor, der selbst vorliest, und viele interessierte Zuhörer. Ganz wichtig bleibt ein engagiertes Organisationsteam, das mitreißt und begeistern kann. Deshalb an dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Kulturverein Meißen, die Unterstützer und Sponsoren und alle Helferinnen und Helfer, die im Hintergrund zum Gelingen beitragen.

Sicher bin ich mir in einem Punkt: An interessantem Lesestoff wird es ganz bestimmt auch in Zukunft nicht mangeln.